VON MICHAEL RAHMUND FRANK GRAF
Leverkusen. Thomas Rennette verbrachte sein halbes Leben beim VfL Leverkusen. Lange als Spieler und später zehn Jahre als Trainer. Nach ein paar vergeblichen Anläufen gelang es ihm, den Verein aus der Bezirksliga in die heutige Mittelrheinliga zu führen. Der VfL etablierte sich, wurde einmal sogar Meister, stieg aber in der vergangenen Saison in die Landesliga ab. Als Trainer des SV Schlebusch trifft Rennette am Sonntag (15.15 Uhr, Tannenbergstraße) wieder in einem Pflichtspiel auf seinen alten Verein und gibt sich kämpferisch. "Der VfL Leverkusen ist selbsternannter Aufstiegsfavorit und sah den Abstieg eher als Betriebsunfall, den es schnell zu korrigieren gilt. Wir wollen beim Favoriten natürlich etwas zeigen."
Für Rennette ist das Spiel nach eigener Aussage nichts besonderes, dafür hat er aber das Gefühl, dass seine Spieler motivierter sind als sonst. "Man kennt sich untereinander. Ich muss meine Spieler daran erinnern, dass es auch in den Duellen gegen den VfL Leverkusen nur um drei Punkte geht."
Der Coach muss am Sonntag auf Stürmer David Daum verzichten, dem nach seiner Roten Karte am vergangenen Spieltag eine längere Pause droht. Daum hatte sich für das Duell viel vorgenommen. Er sollte im Sommer eigentlich zum VfL wechseln, wovon er aber Abstand nahm, als der Abstieg aus der Mittelrheinliga feststand. Eine Entwicklung, über die man sich in Schlebusch natürlich sehr freute, die an der Tannenbergstraße aber nicht gerne gesehen wurde. Auch Thomas Scheidler wird am Sonntag verletzungsbedingt nicht im Kader stehen. Dafür könnte Zugang Niklas Schilling die Pflichtspielpremiere für seinen neuen Verein feiern.
Vor diesem ersten Stadtderby zwischen seinem VfL und dem SVS nach acht Jahren verspürt VfL-Coach Giuseppe Brunetto keine außergewöhnlichen Emotionen. "Natürlich freuen wir uns auf dieses Derby vor hoffentlich vielen Zuschauern. Aber ehrlich gesagt ist es für mich eher ein Spiel wie jedes andere auch", erklärt der Übungsleiter des Mittelrheinliga-Absteigers.
Nachdem Brunetto mit dem Remis in Bad Honnef zum Auftakt durchaus einverstanden war, konnte er dies nach der 0:3-Pokalpleite unter der Woche in Hohenlind (ebenfalls Landesligist) nicht sein: "Wir haben eine Menge falsch gemacht. Aber wir werden das jetzt abhaken und nach vorne schauen."
Brunetto setzte im Pokal von Beginn an gleich neun Spieler ein, die zuvor in Bad Honnef nicht zur Startformation gehört hatten. Unter anderem fehlte der bislang in allen Belangen überzeugende Mehmet Turan, der am Sonntagabend noch mit neun Stichen genäht werden musste, nachdem er sich eine stark blutende Verletzung am Unterleib zugezogen hatte. Hinter seinem Einsatz im Lokalkampf gegen Schlebusch steht daher noch ein großes Fragezeichen. Auch Routinier Tasso Nikolaidis (zweifacher Bänderriss) wird nicht auflaufen können.