Vereinsgeschichte

Vereinschronik SV Schlebusch 1923 e.V.
Verfasser: Wilfried Steckel
Die Gründerjahre

Der SV Schlebusch blickt zurück auf eine mittlerweile 90-jährige Vereinsgeschichte, auf 9 Jahrzehnte der Mitgestaltung des
Fußballgeschehens am Mittelrhein, der vorbildlichen Förderung junger Talente, des sozialen Engagements im Dienste der Jugend im Leverkusener Osten und nicht zuletzt der Bereicherung des gesellschaftlichen Lebens unserer Stadt. Die Geburtsstunde des Vereins schlug am 28. Januar 1923, als sich Mitglieder der Spielabteilung des Schlebuscher Turnvereins von 1881, um den sich damals das
gesamte sportliche Leben der seinerzeit noch selbständigen Gemeinde Schlebusch drehte und der Sportabteilung des katholischen Jünglingsvereins in der Gaststätte Richerzhagen versammelten. Unzufrieden mit der Unterstützung durch ihre Vereine gründeten sie einen eigenen Verein, dessen Ziel erstrangig die Pflege der neuen Sportart Fußball sein sollte, die von England aus ihren Siegeszug um die Welt angetreten hatte. Die Schlebuscher Fußballpioniere sahen sich von Anfang an größten Schwierigkeiten gegenüber, zumal der
Fußballsport in weiten Bevölkerungskreisen noch immer verpönt und den Schülern der Gymnasien oft sogar verboten war, da er für viele Sportfunktionäre mit dem Körperertüchtigungsideal des Turnvaters Jahn nicht in Einklang stand. Erinnert sei hier daran, dass man in den Gründerjahren des Fußballsports gerne von “Fußlümmelei” sprach. Überdies erlaubten die damaligen Zeitläufe mit Inflation und Arbeitslosigkeit nur bescheidene Zukunftsprognosen. Dennoch gelang es in erstaunlich kurzer Zeit eine ansehnliche Zahl Fußballbegeisterter für den neuen Verein zu gewinnen, die in der 1. Generalversammlung einstimmig Franz Carl zum 1. Vorsitzenden wählte. Erste sportlichen Gehversuche wurden bereits im Mai 1923 unternommen, als auf dem Sportplatz “Auf der Heide”, dem heutigen Gelände an der Linienstraße bzw. dem Willy-Brandt-Ring eine Kombination aus Spielern des neuen Vereins und der Nachbarn BV Wiesdorf
und TV 1887 Bürrig gegen den damals renommierten Fußballverein TV Jahn Küppersteg antrat.
Die erfreuliche Resonanz und der kaum erwartete Eintrittserlös dieses und der folgenden Spiele machten den Vereinsgründern viel Mut. Die Mitgliederzahl und das Ansehen des jungen Vereins wuchsen kontinuierlich. Nicht nur deswegensollen die Namen der Männer der 1. Stunde des SV Schlebusch, der ab 1924 auch Handballern eine sportliche Heimat bot, hier genannt werden:
Ludwig Görres, Jakob Görres, Ferdinand Lau, Emil Hagebölling, Johann Reifenberger,Karl Schmitz, Hans Krechloh, W. Prümmer, Max Roth, Hans Frings und Hugo Welk.
Besondere Verdienste erwarb sich in den Gründerjahren Jugendleiter Ludwig Görres, unter dessen Leitung die Schlebuscher Jugend beachtliche Erfolge erzielte und in kurzer Zeit im heimischen Bezirk die Spitzenstellung erreichte. Die Seniorenfußballer wollten ihren jugendlichen Vereinskameraden natürlich nicht nachstehen und durften bereits 1929 mit dem Aufstieg in die 1. Gauklasse
(vergleichbar der heutigen Kreisliga A) den ersten stolzen Erfolg bejubeln. Zwei Jahr zuvor war man im Pokalwettbewerb des Rasensportverbandes erst in der Schlussrunde gestoppt worden und hatte zum Lohn den ersten Pokal errungen. Zu den Besuchern der Spiele zählten mittlerweile längst ältere angesehene Bürger Schlebuschs. Die kontinuierlich anwachsende Besucherschar konnte schon 1931
den nächsten Aufstieg (in die 2. Bezirksklasse) feiern, der von folgenden Spielern erkämpft wurde:

Wilhelm Siefer, Jakob Görres, Franz Ständer, Hans Linden (bis bis fast zur Jahrtausendwende späteres Ehrenmitglied des Vereins), Franz Stein, Willi Emgenbroich (später langjähriger Geschäftsführer des Vereins und Vater des späteren Fußballobmannes Günther Emgenbroich), Franz Wurth, Josef Runte, August Görres, Willi Steiner, Heinrich Kürten und August Krechloh.

Fortsetzung folgt