Vereinsgeschichte

Es war der letzte Sonntag im Januar. Ein ungewöhnlich milder Tag für diese Jahreszeit. An diesem Tag versammelten sich Mitglieder der Spielabteilung des Schlebuscher Turnvereins von 1881 und, so das Gründungsprotokoll, „andere Interessenten“ (gemeint waren Mitglieder der Sportabteilung des katholischen Jünglingvereins) in der Gaststätte Johann Richerzhagen. Sie hatten sich etwas Besonderes vorgenommen. Sie waren getrieben von der Idee, heute die Spielabteilung in einen neuen und eigenständigen Sportverein umzuwandeln.

Trotz der rasanten Entwicklung, den der Fußball in der Weimarer Republik erfuhr, hatten viele Turnvereine, und hier insbesondere die älteren (Vorstands-)Mitglieder, weiterhin ihre Probleme mit der Anerkennung dieser englischen Sportart als eigene Abteilung in ihrem Verein. So kam es nicht selten vor, dass den Fußballern Schwierigkeiten bei der Ausübung ihres Sports bereitet wurden, etwa bei der Bereitstellung von Sportplätzen für Training oder Spiele. Zermürbt vom ständigen Kampf um Anerkennung in den Reihen der Turner traten viele Fußballer aus und gründeten eigene Vereine. Schnell wurden sich die in der Gaststätte Richerzhagen anwesenden Mitglieder einig. Einstimmig wurde die Gründung eines neuen Vereins beschlossen, dessen vorrangiges Ziel die Pflege des Fußballsports sein sollte, ein Vorstand gewählt und eine Sammlung zur Schaffung einer Vereinskasse durchgeführt, die den von der Inflation geprägten, aber dennoch „schönen Betrag“ von 13.360 Mark ergab.

Sie nannten ihren Verein „Sportverein Schlebusch“. Es war Sonntag, der 28. Januar 1923.

Es hatte den Anschein, als hätten viele fußballbegeisterte Sportler in und um Schlebusch nur auf die Gründung des SVS gewartet, denn binnen kürzester Zeit stieg die Zahl der Aktiven rapide an. Es wurde die erste Generalversammlung des neuen Vereins einberufen, auf der einstimmig Franz Carl zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde, und dann war es soweit: Anpfiff zum 1. Fußballspiel!

Auf dem Sportplatz „Auf der Heide“ (heute Linienstraße bzw. Willy-Brandt-Ring) ereignete sich im Mai 1923 Historisches, als eine Spielgemeinschaft, vertreten durch Fußballer des SV Schlebusch, BW Wiesdorf und TV 1887 Bürrig, gegen den Renommierclub TV Jahn Küppersteg antrat (Ergebnis leider nicht überliefert).

Gründermannschaft 1923
E. Hagebölling, F. Lau, H. Krechloh, K. Schmitz, Schreiner, Guerra, Welz, Hoffmann, H. Welk, Dräger, Kürten Mitte:  J. Reifenberger, Frings, Forst, Selbach, Heppekausen, W. Prümmer, J. Görres, L. Görres, Rollei, M. Roth, F. Heppekausen, F. Krechloh

Die erfreuliche Resonanz auf das erste Schlebuscher Fußballspiel und der kaum erwartete Eintrittserlös dieses und der folgenden Spiele erfüllte die Vereinsgründer mit Stolz und machte Mut für die Zukunft. Parallel zur Mitgliederzahl stieg in den Folgejahren auch das Ansehen des jungen Vereins, der ab 1924 zudem Handballern eine sportliche Heimat bot.

Schon bald konnten erste sportliche Erfolge erzielt werden. Während die Jugendfußballer unter der Leitung von Ludwig Görres in kürzester Zeit im heimischen Bezirk die Spitzenstellung erreichten, konnten die Seniorenfußballer bereits 1929 mit dem Aufstieg in die 1. Gauklasse ihren ersten großen Erfolg verbuchen, nachdem sie noch zwei Jahre zuvor im Pokalwettbewerb des Rasensportverbandes erst in der Schlussrunde gestoppt wurden (immerhin erhielten sie anerkennend für ihre Leistung ihren ersten Pokal). Und damit noch nicht genug: Bereits zwei Jahre nach dem ersten Aufstieg folgte schon der Aufstieg in die 2. Bezirksklasse, über den sich die kontinuierlich anwachsende Besucherschar, und hierunter inzwischen auch angesehene Bürger Schlebuschs, freuen konnte.

Die Aufstiegshelden hießen: Wilhelm Siefer, Jakob Görres, Franz Ständer, Hans Linden (späteres Ehrenmitglied des Vereins), Franz Stein, Willi Emgenbroich (späterer langjähriger Geschäftsführer des Vereins und zugleich Vater des späteren Fußballobmannes Günther Emgenbroich), Franz Wurth, Josef Runte, August Görres, Willi Steiner, Heinrich Kürten und August Krechloh.

Nachdem im Aufstiegsjahr in Eigenarbeit ein neuer Sportplatz erbaut und bezogen werden konnte (s. Abschnitt „Die Sportplätze des SVS“) und die Mitgliederzahl stetig anstieg (inzwischen auf über 200), traf der politische Wandel mit der Machtübernahme durch das NS-Regime auch den noch jungen Verein. Bis 1937 konnte der eigenständige Spielbetrieb noch aufrechterhalten werden, danach sorgte eine angeordnete Vereinheitlichung aller Sporttreibenden Vereine zu einem Zusammenschluss des SV Schlebusch mit dem früheren Stammverein Schlebuscher Turnverein von 1881 zum „Schlebuscher Turn- und Sportverein von 1881“.

Bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges konnte der zusammengeführte Verein seine Turn- und Spielwettkämpfe noch durchführen, doch als die Aktiven nach und nach zum Kriegsdienst einberufen wurden, mussten immer mehr Veranstaltungen mangels Aktiver abgesagt werden. Zum Vergleich: Nahmen im Frühjahr 1939 noch 30.000 Mannschaften am reichsweiten Spielbetrieb teil, waren es 1941 nicht einmal mehr die Hälfte (14.000). Kurz vor Kriegsende musste dann schließlich wie bei nahezu allen Vereinen auch in Schlebusch der Spielbetrieb endgültig eingestellt werden.

Auf dem Sportplatz „Auf der Heide“ (heute Linienstraße bzw. Willy-Brandt-Ring) ereignete sich im Mai 1923 Historisches, als eine Spielgemeinschaft, vertreten durch Fußballer des SV Schlebusch, BW Wiesdorf und TV 1887 Bürrig, gegen den Renommierclub TV Jahn Küppersteg antrat (Ergebnis leider nicht überliefert).

Gründermannschaft 1923
E. Hagebölling, F. Lau, H. Krechloh, K. Schmitz, Schreiner, Guerra, Welz, Hoffmann, H. Welk, Dräger, Kürten Mitte:  J. Reifenberger, Frings, Forst, Selbach, Heppekausen, W. Prümmer, J. Görres, L. Görres, Rollei, M. Roth, F. Heppekausen, F. Krechloh

Die erfreuliche Resonanz auf das erste Schlebuscher Fußballspiel und der kaum erwartete Eintrittserlös dieses und der folgenden Spiele erfüllte die Vereinsgründer mit Stolz und machte Mut für die Zukunft. Parallel zur Mitgliederzahl stieg in den Folgejahren auch das Ansehen des jungen Vereins, der ab 1924 zudem Handballern eine sportliche Heimat bot.

Schon bald konnten erste sportliche Erfolge erzielt werden. Während die Jugendfußballer unter der Leitung von Ludwig Görres in kürzester Zeit im heimischen Bezirk die Spitzenstellung erreichten, konnten die Seniorenfußballer bereits 1929 mit dem Aufstieg in die 1. Gauklasse ihren ersten großen Erfolg verbuchen, nachdem sie noch zwei Jahre zuvor im Pokalwettbewerb des Rasensportverbandes erst in der Schlussrunde gestoppt wurden (immerhin erhielten sie anerkennend für ihre Leistung ihren ersten Pokal). Und damit noch nicht genug: Bereits zwei Jahre nach dem ersten Aufstieg folgte schon der Aufstieg in die 2. Bezirksklasse, über den sich die kontinuierlich anwachsende Besucherschar, und hierunter inzwischen auch angesehene Bürger Schlebuschs, freuen konnte.

Die Aufstiegshelden hießen: Wilhelm Siefer, Jakob Görres, Franz Ständer, Hans Linden (späteres Ehrenmitglied des Vereins), Franz Stein, Willi Emgenbroich (späterer langjähriger Geschäftsführer des Vereins und zugleich Vater des späteren Fußballobmannes Günther Emgenbroich), Franz Wurth, Josef Runte, August Görres, Willi Steiner, Heinrich Kürten und August Krechloh.

Naturgemäß war es nach dem Exitus der NS-Schreckensherrschaft nicht nur in Schlebusch schwer, zur Normalität zurückzukehren. Viele Aktive und Vereinsmitglieder kehrten leider nicht mehr aus dem Krieg zurück; Sportplätze waren zerstört und nahezu überall mangelte es an Sportmaterialien. Es gab keinen Fußballverband und somit auch keine Spielordnung. Meisterschaftsspiele wurden nicht ausgetragen; Spielklassen existierten nicht. Wenn überhaupt gespielt werden konnte, dann zunächst nur auf Stadtebene, denn Begegnungen über diese Grenzen hinaus waren von den Alliierten verboten. Immerhin: Wenn der Ball rollte, dann bot das Spiel eine der wenigen gesellschaftlichen Möglichkeiten, wenigstens für ein paar Stunden Ablenkung inmitten des Nachkriegselends zu finden.

Nach einiger Zeit verbesserte sich die Situation dann jedoch, da die Alliierten ihre strikte Verbotshaltung aufgaben. Der Spielbetrieb lief zögernd wieder an. So auch in Schlebusch, wo neben den Fußballern auch die Handballer loslegen durften. Das Vereinsleben normalisierte sich allmählich, wenn es auch immer noch stark eingeschränkt war (man denke dabei exemplarisch nur an die Durchführung von Auswärtsfahrten).

Im Spieljahr 1949/50 schaffte die 1. Mannschaft, die nach dem Krieg in die 1. Kreisklasse eingestuft worden war, den Aufstieg in die Bezirksklasse. Dieser erste Nachkriegserfolg wurde gebührend gefeiert – im Festzelt Kürten in der Waldsiedlung, in dem ohnehin just der Kirmesball abgehalten wurde. Auch hier sollen die Namen der Aufstiegsmannschaft nicht unerwähnt bleiben: Erich Buttgereit, Franz Nettersheim, Peter Schmitz, H. Nettersheim, Theo Müller, Franz Klein, Peter Stranz, Josef Weingarten, Heinz Krimm, Kurt Classen und Bernd Hänseler.

Offenbar hatte der Aufstieg neues Interesse in der Schlebuscher Geschäftswelt geweckt, denn dem Protokoll der Jahreshauptversammlung vom 28.7.1951 ist mit berechtigtem Stolz zu entnehmen, dass der Verein nun 114 Förderer besitze. Mit Sicherheit auch ein großer Verdienst des Vorstandes Franz Carl, Hans Liever, Willi Emgenbroich, Kurt Classen, Hans Linden, Kaspar Jussen und August Görres, deren erklärtes Anliegen es war, ihren Club zu einer der ersten Adressen im westdeutschen Amateurfußball zu formen.

Unterstützung für ihre hehren Ziele erhielten sie durch Ex-Nationalspieler „König“ Richard Job, eine herausragende Persönlichkeit der heimischen Fußballszene, der in der Saison 1951/52 das Traineramt übernahm und anschließend seine Mannschaft kontinuierlich nach oben führte. Seine Handschrift war spätestens ab der Saison 1953/54 deutlich zu erkennen, die mit einem hervorragenden 2. Platz abgeschlossen wurde. Besonderen Anteil an diesem Erfolg hatten dabei die beiden ältesten Spieler Theo Meud und Kurt Classen, die bei sämtlichen Spielen eingesetzt wurden.

Nach einiger Zeit verbesserte sich die Situation dann jedoch, da die Alliierten ihre strikte Verbotshaltung aufgaben. Der Spielbetrieb lief zögernd wieder an. So auch in Schlebusch, wo neben den Fußballern auch die Handballer loslegen durften. Das Vereinsleben normalisierte sich allmählich, wenn es auch immer noch stark eingeschränkt war (man denke dabei exemplarisch nur an die Durchführung von Auswärtsfahrten).

Noch vor dieser gelungenen Saison gab es im Juli 1953 einen Wechsel an der Vereinsspitze. Franz Carl trat als 1. Vorsitzender zurück und begründete seinen Entschluss damit, dass die Vereinsleitung in jüngere Hände gelegt werden müsse. Im Sitzungsprotokoll heißt es, der scheidende Vereinschef habe sich ebenso wie Kassierer Kaspar Jussen in den 30 Jahren seiner Vorstandstätigkeit in vorzüglicher kameradschaftlicher Zusammenarbeit mit anderen treuen Vereinsmitgliedern, die ihm die Arbeit sehr erleichtert hätten, stets bemüht, nicht nur die sportlichen, sondern auch die menschlichen Beziehungen zu pflegen. Dadurch sei der Verein zu einer großen Familie zusammengewachsen. Zu seinem Nachfolger wurde einstimmig Hans Liever gewählt. Gerne folgte die Versammlung anschließend der Anregung, Franz Carl zum Ehrenvorsitzenden und Kaspar Jussen zum Ehrenmitglied zu ernennen.

Und es ging immer weiter nach oben: Im Spieljahr 1955/56 kletterte der SV Schlebusch eine weitere Sprosse auf der Erfolgsleiter nach oben und schaffte den Aufstieg in die neu gegründete mittelrheinische Amateurliga namens Landesliga, über der sich nur noch die Verbandsliga als Königsklasse des Amateurfußballs befand.

Hermann Laschinski, Heinrich Kürten, Johann Stahlberg, Peter Stranz, Heinz Bick, Adolf Stranz, Reinhard Eberhard, Hans Hirsch, Kurt Classen, Hans Esser, Guido Hartmann, Hans Rauth, Theo Meud, Hans Heimbucher und Matthias Nettersheim hießen die Aufstiegskicker. Stühlerücken zudem auf organisatorischer Ebene: Karl Gerstner begann seine Aufgabe als später sehr erfolgreicher Jugendleiter; Fußballchef Willi Emgenbroich, von der lokalen Sportpresse später oft als „graue Eminenz vom Bühl“ betitelt, wurde im Folgejahr Geschäftsführer und von Fritz Gibbert beerbt.

Offenbar hatte der Aufstieg neues Interesse in der Schlebuscher Geschäftswelt geweckt, denn dem Protokoll der Jahreshauptversammlung vom 28.7.1951 ist mit berechtigtem Stolz zu entnehmen, dass der Verein nun 114 Förderer besitze. Mit Sicherheit auch ein großer Verdienst des Vorstandes Franz Carl, Hans Liever, Willi Emgenbroich, Kurt Classen, Hans Linden, Kaspar Jussen und August Görres, deren erklärtes Anliegen es war, ihren Club zu einer der ersten Adressen im westdeutschen Amateurfußball zu formen.

Unterstützung für ihre hehren Ziele erhielten sie durch Ex-Nationalspieler „König“ Richard Job, eine herausragende Persönlichkeit der heimischen Fußballszene, der in der Saison 1951/52 das Traineramt übernahm und anschließend seine Mannschaft kontinuierlich nach oben führte. Seine Handschrift war spätestens ab der Saison 1953/54 deutlich zu erkennen, die mit einem hervorragenden 2. Platz abgeschlossen wurde. Besonderen Anteil an diesem Erfolg hatten dabei die beiden ältesten Spieler Theo Meud und Kurt Classen, die bei sämtlichen Spielen eingesetzt wurden.

Nach einiger Zeit verbesserte sich die Situation dann jedoch, da die Alliierten ihre strikte Verbotshaltung aufgaben. Der Spielbetrieb lief zögernd wieder an. So auch in Schlebusch, wo neben den Fußballern auch die Handballer loslegen durften. Das Vereinsleben normalisierte sich allmählich, wenn es auch immer noch stark eingeschränkt war (man denke dabei exemplarisch nur an die Durchführung von Auswärtsfahrten).

In der neuen Liga warteten nun renommiertere Gegner auf den SVS.  Bayer 04 (A), 1. FC Köln (A), Bonner FV (einer der beiden Vorgängervereine des Bonner SC) sowie Lokalrivale VfL Leverkusen stellten sich dem sportlichen Wettkampf. Doch der Sportverein war gerüstet, da mit Hans Bick, Johann Stahlberg, Matthias Valentin, Heinz Kürten, Hans Weyer und Heinz Asbeck weit überdurchschnittliche Fußballer in den eigenen Reihen standen. Nachdem im Oktober 1958 durch ein Tor von Peter Menrath erstmals ein Sieg beim Nachbarn VfL Leverkusen gelang, der von Schlebuscher Fußballern vor heimischem Publikum zuvor noch nie bezwungen werden konnte, ereignete sich am 15. Dezember 1958 ein Spielabbruch der besonderen Art, der sogar in der überregionalen Sportpresse erwähnt wurde: Im Spiel gegen die Bayer 04-Amateure flogen drei Spielbälle in die Dhünn. Da aufgrund der kalten Temperaturen weder Spieler noch Zuschauer das besondere Bedürfnis verspürten, die Bälle aus dem eiskalten Wasser zu fischen und ein vierter Ball nicht verfügbar war, musste das Spiel zum großen Ärger für den mit 3:1 führenden Gast abgebrochen werden. Der Ärger der Schwarz-Roten sollte beim fälligen Wiederholungsspiel sogar noch um ein Vielfaches anwachsen, da dieses mit 3:2 verloren ging, wodurch sich der SVS den 2. Tabellenplatz in der Endabrechnung sichern konnte. Dass man es beim SV Schlebusch zu jener Zeit verstand, nicht nur erfolgreich Fußball zu spielen, sondern auch stilvoll zu feiern, bewies die Feier zum 35jährigen Bestehen im voll besetzten Lindenhof, an dem es sich insbesondere Oberbürgermeister Wilhelm Dopatka nicht nehmen ließ, als Ehrengast teilzunehmen.

Und es ging immer weiter nach oben: Im Spieljahr 1955/56 kletterte der SV Schlebusch eine weitere Sprosse auf der Erfolgsleiter nach oben und schaffte den Aufstieg in die neu gegründete mittelrheinische Amateurliga namens Landesliga, über der sich nur noch die Verbandsliga als Königsklasse des Amateurfußballs befand.

Hermann Laschinski, Heinrich Kürten, Johann Stahlberg, Peter Stranz, Heinz Bick, Adolf Stranz, Reinhard Eberhard, Hans Hirsch, Kurt Classen, Hans Esser, Guido Hartmann, Hans Rauth, Theo Meud, Hans Heimbucher und Matthias Nettersheim hießen die Aufstiegskicker. Stühlerücken zudem auf organisatorischer Ebene: Karl Gerstner begann seine Aufgabe als später sehr erfolgreicher Jugendleiter; Fußballchef Willi Emgenbroich, von der lokalen Sportpresse später oft als „graue Eminenz vom Bühl“ betitelt, wurde im Folgejahr Geschäftsführer und von Fritz Gibbert beerbt.

Offenbar hatte der Aufstieg neues Interesse in der Schlebuscher Geschäftswelt geweckt, denn dem Protokoll der Jahreshauptversammlung vom 28.7.1951 ist mit berechtigtem Stolz zu entnehmen, dass der Verein nun 114 Förderer besitze. Mit Sicherheit auch ein großer Verdienst des Vorstandes Franz Carl, Hans Liever, Willi Emgenbroich, Kurt Classen, Hans Linden, Kaspar Jussen und August Görres, deren erklärtes Anliegen es war, ihren Club zu einer der ersten Adressen im westdeutschen Amateurfußball zu formen.

Unterstützung für ihre hehren Ziele erhielten sie durch Ex-Nationalspieler „König“ Richard Job, eine herausragende Persönlichkeit der heimischen Fußballszene, der in der Saison 1951/52 das Traineramt übernahm und anschließend seine Mannschaft kontinuierlich nach oben führte. Seine Handschrift war spätestens ab der Saison 1953/54 deutlich zu erkennen, die mit einem hervorragenden 2. Platz abgeschlossen wurde. Besonderen Anteil an diesem Erfolg hatten dabei die beiden ältesten Spieler Theo Meud und Kurt Classen, die bei sämtlichen Spielen eingesetzt wurden.

Nach einiger Zeit verbesserte sich die Situation dann jedoch, da die Alliierten ihre strikte Verbotshaltung aufgaben. Der Spielbetrieb lief zögernd wieder an. So auch in Schlebusch, wo neben den Fußballern auch die Handballer loslegen durften. Das Vereinsleben normalisierte sich allmählich, wenn es auch immer noch stark eingeschränkt war (man denke dabei exemplarisch nur an die Durchführung von Auswärtsfahrten).

Es passte ausgezeichnet, dass just in dieser Phase des sportlichen Erfolgs auch der neue Sportplatz „Im Bühl“, bis heute Heimat des SV Schlebusch, fertiggestellt und bezogen werden konnte. Beflügelt vom ansprechenden neuen Umfeld setzte der SVS alles daran, nun auch den sportlichen Gipfel, die höchste Amateurklasse (Verbandsliga), zu erklimmen. Und dann war es soweit: Unter der Regie von Trainer Leo Bering geriet die Saison 1960/61 zur erfolgreichsten Spielzeit in der bisherigen Vereinsgeschichte. Nachdem man bereits die Herbstmeisterschaft überlegen errungen hatte, erwies sich die Mannschaft auch in der Rückrunde als absolut meisterschaftswürdig, distanzierte die Amateurmannschaft des 1. FC. Köln als Tabellenzweiter und holte sich den Titel mit vier Punkten Vorsprung. Damit war der Aufstieg im die Eliteliga des Amateurfußballs vollzogen.

Oben: Stahlberg, Weyer, Müller, Lang, Bick, Müller-Zündel, A. Stranz, Leo Bering Mitte:  Kürten, Zimanowski, Maier, P. Stranz, Wawcyniak Unten: Hoppe, Valentin, Stellen, Laschinski, Wolter

Ein unglaublicher Erfolg, der u.a. auch einem der populärsten Schlebuscher Spieler, Adolf „Akku“ Stranz, zu verdanken war, über den in jener Zeit folgendes Portrait verfasst wurde:

 „Akku“ liebt die Spannung. Wenn die Kinder auf der Straße ihre Fußballspiele austragen, benennen sie sich gerne mit den Namen großer Fußballer. Der eine ist Fritz Walter, der andere Karl-Heinz Schnellinger usw. Wenn die „Pänz“ in Schliebesch ihre Derbys Reuterstraße gegen Sandstraße veranstalten, sagt bestimmt einer: „Ech ben et Pitterche“ und der andere antwortet: „Un ech ben de Akku“. Gemeint sind die Brüder Peter und Adolf (Akku) Stranz, zweifellos die beiden populärsten Spieler des SV Schlebusch. Nicht verwunderlich, denn der Name Stranz bedeutet viel in Schlebusch. Sieben Brüder haben bisher bei den Schwarz Gelben gespielt. Vier davon beendeten schon in der Jugend ihre Laufbahn. Der Älteste, Alex Stranz, spielte nach seiner Schlebuscher Zeit noch lange Jahre beim Oberligisten Teutonia Lippstadt. Peter und Adolf sind dem SV Schlebusch treu geblieben. Adolf ist der Jüngere. Er begann 1947, sich für das runde Leder zu interessieren, und rückte 1953 über Schüler, B- und A-Jugend (so war damals die Altersklasseneinteilung) in die 1. Mannschaft auf, aus der ihn bisher niemand verdrängen konnte. Der wiederholt in die Auswahlmannschaft des Fußballkreises Köln Berufene stand einmal kurz vor einem Wechsel zum damaligen Vertragsligaverein Viktoria Köln, was dann aber doch nicht Realität wurde. Der Spross einer Familie mit 10 Kindern, lange Betreiber eines Installationsgeschäftes im Bergischen, widmete seine Freizeit besonders gerne spannender Lektüre. Der Verfasser dieses Porträts kam daher damals zu dem Schluss: „Spannung muss sein, wo sich Adolf („Akku“) Stranz betätigt“.

Bereits zu einem früheren Zeitpunkt deutete sich an, dass diese Saison für den SV Schlebusch eine ganz besondere werden könne. Im Oktober 1960 kam es „im Bühl“ anlässlich der 1. Runde des DFB-Pokals zum großen Spiel gegen den vermeintlich übermächtigen und favorisierten Nachbarn Bayer 04 Leverkusen. Und was kaum jemand für möglich hielt, geschah: Der SVS schaffte die Riesensensation und warf die Bayer-Profis mit 3:1 aus dem Pokalwettbewerb. Lassen wir uns vom damaligen Vereinschronisten an jenen Tag zurückversetzen und lauschen seinen Ausführungen:

Am 23. Oktober hatte die Schlebuscher Sportgemeinde ihren großen Tag. Der SV Schlebusch traf in der 1.Hauptrunde der Spiele um den Pokal des Deutschen Fußball-Bundes auf den berühmten Nachbarn aus dem Vertragsspielerlager, Bayer 04 Leverkusen. 2000 Zuschauer erwarteten mit Spannung den Anpfiff von Schiedsrichter Dreuws aus Stolberg. Pünktlich um 15:00 Uhr stellten sich die Mannschaften in folgender Aufstellung dem Publikum:

Bayer 04: Schattulat, Rosinski, Kalfhaus, Röhrig, Hansen, Niemuth, Höher, Haarmann, Weber, Ahrenz, Walbröhl. SV Schlebusch: Steilen, Valentin, Wolter, A. Stranz, Bick, P. Stranz, Stahlberg, Weyer, Maier, Müller, Wawrzyniak.

Von der 1. Minute an ließ unsere Mannschaft keinen Zweifel darüber aufkommen, dass sie Herr im Hause bleiben wollte. Sie begann sehr temperamentvoll und setzte die Bayer-Abwehr mit überlegten Aktionen gleich gehörig unter Druck. Von Hans Weyer geschickt dirigiert, zog unsere Stürmerreihe ein gekonntes Angriffsspiel auf. Die Hintermannschaft beherrschte den Bayer-Sturm sicher, so dass unsere beiden Außenläufer noch genug Zeit fanden, das Sturmspiel immer wieder anzukurbeln. Gefährliche Schüsse unserer Stürmer strichen knapp am Tor der Gäste vorbei.

In der 11. Minute nahm Horst Maier einen Passball von Hansi Weyer an, umspielte Mittelläufer Hansen und schoss wuchtig zum viel umjubelten Führungstreffer ein. Die schwarz-roten Gäste kämpften nunmehr erbittert um den Ausgleich. In der 19. Minute nutzte Ahrenz eine kleine Unachtsamkeit unserer Hintermannschaft aus und drückte eine Flanke von Höher zum 1:1 ins Netz. Hiervon unbeeindruckt spielte unsere Elf zur Freude ihrer Fans in der Folge groß auf und konnte schon in der 29. Minute die erneute Führung zum 2:1 erreichen. Johann Stahlberg war auf dem rechten Flügel einmal mehr durchgebrochen und schoss an Verteidiger Kalfhaus vorbei so scharf auf das Tor, dass Schattulat nur mit Mühe abwehren konnte.

Der lange Johann erkämpfte sich den Abpraller und drückte den Ball mit Hilfe von Werner Wawrzyniak über die Torlinie. Mit diesem Spielstand ging es in die Halbzeitpause. Nach dem Wechsel versuchten die Gäste durch Umstellungen in ihren Reihen das Geschehen noch einmal zu ihren Gunsten zu wenden. Aber unsere Hintermannschaft behielt stets die Übersicht und schon in der 53. Minute fiel die Entscheidung. Johann Stahlberg brach alleine durch, umspielte drei Gegner und lenkte den Ball überlegt ins gegnerische Tor. Damit war die große Überraschung perfekt.

Den Schwarz-Roten gelangen zwar noch einige gefährliche Angriffe, die jedoch keine Torerfolge einbrachten, zumal Werner Steilen auch noch mehrere Bomben von Höher und Röhrig bravourös meisterte. Von den Zuschauern stürmisch gefeiert, verließen elf schwarz-gelbe Spieler nach dem Schlusspfiff des Schiedsrichters glücklich den Platz. Jeder von ihnen hatte eine ausgezeichnete Leistung geboten, die schließlich zum verdienten Erfolg über den großen Lokalrivalen geführt hatte.

Oben: Stahlberg, Weyer, Müller, Lang, Bick, Müller-Zündel, A. Stranz, Leo Bering Mitte:  Kürten, Zimanowski, Maier, P. Stranz, Wawcyniak Unten: Hoppe, Valentin, Stellen, Laschinski, Wolter

Ein unglaublicher Erfolg, der u.a. auch einem der populärsten Schlebuscher Spieler, Adolf „Akku“ Stranz, zu verdanken war, über den in jener Zeit folgendes Portrait verfasst wurde:

 „Akku“ liebt die Spannung. Wenn die Kinder auf der Straße ihre Fußballspiele austragen, benennen sie sich gerne mit den Namen großer Fußballer. Der eine ist Fritz Walter, der andere Karl-Heinz Schnellinger usw. Wenn die „Pänz“ in Schliebesch ihre Derbys Reuterstraße gegen Sandstraße veranstalten, sagt bestimmt einer: „Ech ben et Pitterche“ und der andere antwortet: „Un ech ben de Akku“. Gemeint sind die Brüder Peter und Adolf (Akku) Stranz, zweifellos die beiden populärsten Spieler des SV Schlebusch. Nicht verwunderlich, denn der Name Stranz bedeutet viel in Schlebusch. Sieben Brüder haben bisher bei den Schwarz Gelben gespielt. Vier davon beendeten schon in der Jugend ihre Laufbahn. Der Älteste, Alex Stranz, spielte nach seiner Schlebuscher Zeit noch lange Jahre beim Oberligisten Teutonia Lippstadt. Peter und Adolf sind dem SV Schlebusch treu geblieben. Adolf ist der Jüngere. Er begann 1947, sich für das runde Leder zu interessieren, und rückte 1953 über Schüler, B- und A-Jugend (so war damals die Altersklasseneinteilung) in die 1. Mannschaft auf, aus der ihn bisher niemand verdrängen konnte. Der wiederholt in die Auswahlmannschaft des Fußballkreises Köln Berufene stand einmal kurz vor einem Wechsel zum damaligen Vertragsligaverein Viktoria Köln, was dann aber doch nicht Realität wurde. Der Spross einer Familie mit 10 Kindern, lange Betreiber eines Installationsgeschäftes im Bergischen, widmete seine Freizeit besonders gerne spannender Lektüre. Der Verfasser dieses Porträts kam daher damals zu dem Schluss: „Spannung muss sein, wo sich Adolf („Akku“) Stranz betätigt“.

Nach dem Sieg über den höherklassigen Gegner aus der Nachbarschaft meinte es die Auslosung zur nächsten DFB-Pokalrunde besonders gut mit den Schlebuschern, als ihnen das „Hammerlos“ 1. FC Köln zugelost wurde. Die Kölner, in deren Reihen viele Nationalspieler kickten (u.a. Schnellinger, Schäfer und Stollenwerck), traten am 2. Weihnachtstag 1960 (ein für die damalige Zeit nicht unüblicher Spieltermin) zum Pokalspiel im „Bühl“ an. Mehr als 4000 Zuschauer wollten sich dieses Großereignis nicht entgehen lassen und verließen die weihnachtlich geschmückten heimischen vier Wände, um den schwarz-gelben Favoritenschreck im Kampf gegen die Geißböcke zu unterstützen.

Die Schlebuscher Elf um den an diesem Tage alle überragenden Horst Maier zeigte ein ausgezeichnetes Spiel. Nahezu vierzig Minuten lang sah sich der in stärkster Formation antretende haushohe Favorit von einer Verlegenheit in die nächste gestürzt, doch leider sollten keine Tore für die Heimelf fallen. Letztlich setzte sich die Kölner Profitruppe dank ihrer abgeklärten Spielweise mit 4:0 zwar erwartungsgemäß durch, aber die Schwarz-Gelben konnten mit Stolz und hochzufrieden über die eigene Leistung den Platz verlassen, da sie es immerhin fast eine Stunde geschafft hatten, dem renommierten Gegner höchst erfolgreich Paroli geboten zu haben. Diese Leistung wurde auch vom WDR gebührend gewürdigt, der das Spiel live im Hörfunk übertrug.

Zur Erinnerung an dieses außergewöhnliche Spiel hier noch die Aufstellungen der Mannschaften:

 SV Schlebusch: Laschinski, Valentin, Wolter, P. Stranz, Bick, Hoppe, Stahlberg, Weyer, Maier, A, Stranz, Wawrzyniak. 1.FC Köln: Ewert, Pott, Schnellinger, Breuer, Wilden, Stollenwerck, Thielen, Schäfer, Chr. Müller, Sturm, Habig.

Am 23. Oktober hatte die Schlebuscher Sportgemeinde ihren großen Tag. Der SV Schlebusch traf in der 1.Hauptrunde der Spiele um den Pokal des Deutschen Fußball-Bundes auf den berühmten Nachbarn aus dem Vertragsspielerlager, Bayer 04 Leverkusen. 2000 Zuschauer erwarteten mit Spannung den Anpfiff von Schiedsrichter Dreuws aus Stolberg. Pünktlich um 15:00 Uhr stellten sich die Mannschaften in folgender Aufstellung dem Publikum:

Bayer 04: Schattulat, Rosinski, Kalfhaus, Röhrig, Hansen, Niemuth, Höher, Haarmann, Weber, Ahrenz, Walbröhl. SV Schlebusch: Steilen, Valentin, Wolter, A. Stranz, Bick, P. Stranz, Stahlberg, Weyer, Maier, Müller, Wawrzyniak.

Von der 1. Minute an ließ unsere Mannschaft keinen Zweifel darüber aufkommen, dass sie Herr im Hause bleiben wollte. Sie begann sehr temperamentvoll und setzte die Bayer-Abwehr mit überlegten Aktionen gleich gehörig unter Druck. Von Hans Weyer geschickt dirigiert, zog unsere Stürmerreihe ein gekonntes Angriffsspiel auf. Die Hintermannschaft beherrschte den Bayer-Sturm sicher, so dass unsere beiden Außenläufer noch genug Zeit fanden, das Sturmspiel immer wieder anzukurbeln. Gefährliche Schüsse unserer Stürmer strichen knapp am Tor der Gäste vorbei.

In der 11. Minute nahm Horst Maier einen Passball von Hansi Weyer an, umspielte Mittelläufer Hansen und schoss wuchtig zum viel umjubelten Führungstreffer ein. Die schwarz-roten Gäste kämpften nunmehr erbittert um den Ausgleich. In der 19. Minute nutzte Ahrenz eine kleine Unachtsamkeit unserer Hintermannschaft aus und drückte eine Flanke von Höher zum 1:1 ins Netz. Hiervon unbeeindruckt spielte unsere Elf zur Freude ihrer Fans in der Folge groß auf und konnte schon in der 29. Minute die erneute Führung zum 2:1 erreichen. Johann Stahlberg war auf dem rechten Flügel einmal mehr durchgebrochen und schoss an Verteidiger Kalfhaus vorbei so scharf auf das Tor, dass Schattulat nur mit Mühe abwehren konnte.

Der lange Johann erkämpfte sich den Abpraller und drückte den Ball mit Hilfe von Werner Wawrzyniak über die Torlinie. Mit diesem Spielstand ging es in die Halbzeitpause. Nach dem Wechsel versuchten die Gäste durch Umstellungen in ihren Reihen das Geschehen noch einmal zu ihren Gunsten zu wenden. Aber unsere Hintermannschaft behielt stets die Übersicht und schon in der 53. Minute fiel die Entscheidung. Johann Stahlberg brach alleine durch, umspielte drei Gegner und lenkte den Ball überlegt ins gegnerische Tor. Damit war die große Überraschung perfekt.

Den Schwarz-Roten gelangen zwar noch einige gefährliche Angriffe, die jedoch keine Torerfolge einbrachten, zumal Werner Steilen auch noch mehrere Bomben von Höher und Röhrig bravourös meisterte. Von den Zuschauern stürmisch gefeiert, verließen elf schwarz-gelbe Spieler nach dem Schlusspfiff des Schiedsrichters glücklich den Platz. Jeder von ihnen hatte eine ausgezeichnete Leistung geboten, die schließlich zum verdienten Erfolg über den großen Lokalrivalen geführt hatte.

Oben: Stahlberg, Weyer, Müller, Lang, Bick, Müller-Zündel, A. Stranz, Leo Bering Mitte:  Kürten, Zimanowski, Maier, P. Stranz, Wawcyniak Unten: Hoppe, Valentin, Stellen, Laschinski, Wolter

Ein unglaublicher Erfolg, der u.a. auch einem der populärsten Schlebuscher Spieler, Adolf „Akku“ Stranz, zu verdanken war, über den in jener Zeit folgendes Portrait verfasst wurde:

 „Akku“ liebt die Spannung. Wenn die Kinder auf der Straße ihre Fußballspiele austragen, benennen sie sich gerne mit den Namen großer Fußballer. Der eine ist Fritz Walter, der andere Karl-Heinz Schnellinger usw. Wenn die „Pänz“ in Schliebesch ihre Derbys Reuterstraße gegen Sandstraße veranstalten, sagt bestimmt einer: „Ech ben et Pitterche“ und der andere antwortet: „Un ech ben de Akku“. Gemeint sind die Brüder Peter und Adolf (Akku) Stranz, zweifellos die beiden populärsten Spieler des SV Schlebusch. Nicht verwunderlich, denn der Name Stranz bedeutet viel in Schlebusch. Sieben Brüder haben bisher bei den Schwarz Gelben gespielt. Vier davon beendeten schon in der Jugend ihre Laufbahn. Der Älteste, Alex Stranz, spielte nach seiner Schlebuscher Zeit noch lange Jahre beim Oberligisten Teutonia Lippstadt. Peter und Adolf sind dem SV Schlebusch treu geblieben. Adolf ist der Jüngere. Er begann 1947, sich für das runde Leder zu interessieren, und rückte 1953 über Schüler, B- und A-Jugend (so war damals die Altersklasseneinteilung) in die 1. Mannschaft auf, aus der ihn bisher niemand verdrängen konnte. Der wiederholt in die Auswahlmannschaft des Fußballkreises Köln Berufene stand einmal kurz vor einem Wechsel zum damaligen Vertragsligaverein Viktoria Köln, was dann aber doch nicht Realität wurde. Der Spross einer Familie mit 10 Kindern, lange Betreiber eines Installationsgeschäftes im Bergischen, widmete seine Freizeit besonders gerne spannender Lektüre. Der Verfasser dieses Porträts kam daher damals zu dem Schluss: „Spannung muss sein, wo sich Adolf („Akku“) Stranz betätigt“.

Nach dem Sieg über den höherklassigen Gegner aus der Nachbarschaft meinte es die Auslosung zur nächsten DFB-Pokalrunde besonders gut mit den Schlebuschern, als ihnen das „Hammerlos“ 1. FC Köln zugelost wurde. Die Kölner, in deren Reihen viele Nationalspieler kickten (u.a. Schnellinger, Schäfer und Stollenwerck), traten am 2. Weihnachtstag 1960 (ein für die damalige Zeit nicht unüblicher Spieltermin) zum Pokalspiel im „Bühl“ an. Mehr als 4000 Zuschauer wollten sich dieses Großereignis nicht entgehen lassen und verließen die weihnachtlich geschmückten heimischen vier Wände, um den schwarz-gelben Favoritenschreck im Kampf gegen die Geißböcke zu unterstützen.

Die Schlebuscher Elf um den an diesem Tage alle überragenden Horst Maier zeigte ein ausgezeichnetes Spiel. Nahezu vierzig Minuten lang sah sich der in stärkster Formation antretende haushohe Favorit von einer Verlegenheit in die nächste gestürzt, doch leider sollten keine Tore für die Heimelf fallen. Letztlich setzte sich die Kölner Profitruppe dank ihrer abgeklärten Spielweise mit 4:0 zwar erwartungsgemäß durch, aber die Schwarz-Gelben konnten mit Stolz und hochzufrieden über die eigene Leistung den Platz verlassen, da sie es immerhin fast eine Stunde geschafft hatten, dem renommierten Gegner höchst erfolgreich Paroli geboten zu haben. Diese Leistung wurde auch vom WDR gebührend gewürdigt, der das Spiel live im Hörfunk übertrug.

Zur Erinnerung an dieses außergewöhnliche Spiel hier noch die Aufstellungen der Mannschaften:

 SV Schlebusch: Laschinski, Valentin, Wolter, P. Stranz, Bick, Hoppe, Stahlberg, Weyer, Maier, A, Stranz, Wawrzyniak. 1.FC Köln: Ewert, Pott, Schnellinger, Breuer, Wilden, Stollenwerck, Thielen, Schäfer, Chr. Müller, Sturm, Habig.

Am 23. Oktober hatte die Schlebuscher Sportgemeinde ihren großen Tag. Der SV Schlebusch traf in der 1.Hauptrunde der Spiele um den Pokal des Deutschen Fußball-Bundes auf den berühmten Nachbarn aus dem Vertragsspielerlager, Bayer 04 Leverkusen. 2000 Zuschauer erwarteten mit Spannung den Anpfiff von Schiedsrichter Dreuws aus Stolberg. Pünktlich um 15:00 Uhr stellten sich die Mannschaften in folgender Aufstellung dem Publikum:

Bayer 04: Schattulat, Rosinski, Kalfhaus, Röhrig, Hansen, Niemuth, Höher, Haarmann, Weber, Ahrenz, Walbröhl. SV Schlebusch: Steilen, Valentin, Wolter, A. Stranz, Bick, P. Stranz, Stahlberg, Weyer, Maier, Müller, Wawrzyniak.

Von der 1. Minute an ließ unsere Mannschaft keinen Zweifel darüber aufkommen, dass sie Herr im Hause bleiben wollte. Sie begann sehr temperamentvoll und setzte die Bayer-Abwehr mit überlegten Aktionen gleich gehörig unter Druck. Von Hans Weyer geschickt dirigiert, zog unsere Stürmerreihe ein gekonntes Angriffsspiel auf. Die Hintermannschaft beherrschte den Bayer-Sturm sicher, so dass unsere beiden Außenläufer noch genug Zeit fanden, das Sturmspiel immer wieder anzukurbeln. Gefährliche Schüsse unserer Stürmer strichen knapp am Tor der Gäste vorbei.

In der 11. Minute nahm Horst Maier einen Passball von Hansi Weyer an, umspielte Mittelläufer Hansen und schoss wuchtig zum viel umjubelten Führungstreffer ein. Die schwarz-roten Gäste kämpften nunmehr erbittert um den Ausgleich. In der 19. Minute nutzte Ahrenz eine kleine Unachtsamkeit unserer Hintermannschaft aus und drückte eine Flanke von Höher zum 1:1 ins Netz. Hiervon unbeeindruckt spielte unsere Elf zur Freude ihrer Fans in der Folge groß auf und konnte schon in der 29. Minute die erneute Führung zum 2:1 erreichen. Johann Stahlberg war auf dem rechten Flügel einmal mehr durchgebrochen und schoss an Verteidiger Kalfhaus vorbei so scharf auf das Tor, dass Schattulat nur mit Mühe abwehren konnte.

Der lange Johann erkämpfte sich den Abpraller und drückte den Ball mit Hilfe von Werner Wawrzyniak über die Torlinie. Mit diesem Spielstand ging es in die Halbzeitpause. Nach dem Wechsel versuchten die Gäste durch Umstellungen in ihren Reihen das Geschehen noch einmal zu ihren Gunsten zu wenden. Aber unsere Hintermannschaft behielt stets die Übersicht und schon in der 53. Minute fiel die Entscheidung. Johann Stahlberg brach alleine durch, umspielte drei Gegner und lenkte den Ball überlegt ins gegnerische Tor. Damit war die große Überraschung perfekt.

Den Schwarz-Roten gelangen zwar noch einige gefährliche Angriffe, die jedoch keine Torerfolge einbrachten, zumal Werner Steilen auch noch mehrere Bomben von Höher und Röhrig bravourös meisterte. Von den Zuschauern stürmisch gefeiert, verließen elf schwarz-gelbe Spieler nach dem Schlusspfiff des Schiedsrichters glücklich den Platz. Jeder von ihnen hatte eine ausgezeichnete Leistung geboten, die schließlich zum verdienten Erfolg über den großen Lokalrivalen geführt hatte.

Oben: Stahlberg, Weyer, Müller, Lang, Bick, Müller-Zündel, A. Stranz, Leo Bering Mitte:  Kürten, Zimanowski, Maier, P. Stranz, Wawcyniak Unten: Hoppe, Valentin, Stellen, Laschinski, Wolter

Ein unglaublicher Erfolg, der u.a. auch einem der populärsten Schlebuscher Spieler, Adolf „Akku“ Stranz, zu verdanken war, über den in jener Zeit folgendes Portrait verfasst wurde:

 „Akku“ liebt die Spannung. Wenn die Kinder auf der Straße ihre Fußballspiele austragen, benennen sie sich gerne mit den Namen großer Fußballer. Der eine ist Fritz Walter, der andere Karl-Heinz Schnellinger usw. Wenn die „Pänz“ in Schliebesch ihre Derbys Reuterstraße gegen Sandstraße veranstalten, sagt bestimmt einer: „Ech ben et Pitterche“ und der andere antwortet: „Un ech ben de Akku“. Gemeint sind die Brüder Peter und Adolf (Akku) Stranz, zweifellos die beiden populärsten Spieler des SV Schlebusch. Nicht verwunderlich, denn der Name Stranz bedeutet viel in Schlebusch. Sieben Brüder haben bisher bei den Schwarz Gelben gespielt. Vier davon beendeten schon in der Jugend ihre Laufbahn. Der Älteste, Alex Stranz, spielte nach seiner Schlebuscher Zeit noch lange Jahre beim Oberligisten Teutonia Lippstadt. Peter und Adolf sind dem SV Schlebusch treu geblieben. Adolf ist der Jüngere. Er begann 1947, sich für das runde Leder zu interessieren, und rückte 1953 über Schüler, B- und A-Jugend (so war damals die Altersklasseneinteilung) in die 1. Mannschaft auf, aus der ihn bisher niemand verdrängen konnte. Der wiederholt in die Auswahlmannschaft des Fußballkreises Köln Berufene stand einmal kurz vor einem Wechsel zum damaligen Vertragsligaverein Viktoria Köln, was dann aber doch nicht Realität wurde. Der Spross einer Familie mit 10 Kindern, lange Betreiber eines Installationsgeschäftes im Bergischen, widmete seine Freizeit besonders gerne spannender Lektüre. Der Verfasser dieses Porträts kam daher damals zu dem Schluss: „Spannung muss sein, wo sich Adolf („Akku“) Stranz betätigt“.

Nach zwei dritten Tabellenplätzen wollte es der SV Schlebusch im dritten Anlauf natürlich wissen. Jakob Wimmer (als Aktiver Profi bei Viktoria Köln und Fortuna Düsseldorf, danach Trainer bei Arminia Bielefeld) übernahm das Traineramt von Paul Mebus, und trotz personeller Veränderungen (u.a. hatten Horst Maier und Ferdi Heitkamp den Verein verlassen) hieß das erklärte Ziel „Meisterschaft“. Nach einigen Startschwierigkeiten fand sich Wimmers Truppe immer besser zurecht und stand nach der Hinrunde auf einem vielversprechenden 2. Tabellenplatz (zwei Punkte hinter Viktoria Alsdorf). Schon jetzt kristallisierte sich heraus, dass der SV Schlebusch über eine eminent gefährliche Angriffsreihe verfügte, aus der Bernd Gerstner und Herbert Bönnen herausragten.

In der Rückrunde entwickelte sich ein Fernduell mit Konkurrent Tura Bonn, bis es den Schwarz Gelben am vorletzten Spieltag endlich gelang, die Tabellenführung zu übernehmen. So kam es am letzten Spieltag zum Showdown gegen Lokalrivale VfL Leverkusen vor 2.000 Zuschauern, die eine wie entfesselt auftrumpfende Schlebuscher Elf erlebten und einen 7:0-Kantersieg feiern konnten.

Damit war das große Ziel erreicht: Der SV Schlebusch war Meister der Verbandsliga Mittelrhein (bis 1978 dritthöchste Spielklasse im deutschen Ligasystem). Der größte Triumph in der bis dahin 41jährigen Vereinsgeschichte, der heute noch Gültigkeit hat, war perfekt! Die Siegerehrung nahm Schiedsrichterobmann Degenhard Wolf vor, der dem glücklichen Kapitän Peter Stranz den Siegerkranz umhängte.

Mit dem Titelgewinn hatte sich der frischgebackene Mittelrheinmeister eigentlich für die Aufstiegsrunde zur neu geschaffenen zweitklassigen Regionalliga West (damals Unterbau der Bundesliga) qualifiziert, doch nahm der Verein aufgrund wirtschaftlicher Abwägungen diese einmalige Gelegenheit nicht wahr. Stattdessen spielten sie in einer einfachen Runde (drei Spiele mit je einem Heimspiel pro Team) mit den Meistern des Niederrheins, Homberger SV, und Westfalens, Eintracht Gelsenkirchen, den Westdeutschen Amateur-Meister aus, der dann später für die Endrunde um die Deutsche Amateur-Meisterschaft qualifiziert war.

Am Pfingstmontag, dem 18.05.1964, kam es „Im Bühl“ zur Begegnung mit Niederrhein-Meister Homberger SV, der nach 1930, 1953 und 1963 seinen vierten Titel anvisierte. Der „kleine“ HSV ging zwar als erklärter Favorit in dieses Spiel, da er über Spieler mit viel Erfahrung aus Einsätzen bei klassenhöheren Vereinen verfügte, doch zeigte sich Heinrich Priester (Staffelleiter des FV Mittelrhein) vor dem Spiel aufgrund der überragenden Form der Schlebuscher in den letzten Wochen optimistisch. Unter der Leitung von Alt-Nationalspieler Edmund Conen (von Trainer Wimmer hatte sich der SVS kurzfristig getrennt) ging die Heimelf durch Peter Weber nach sechs Minuten zwar in Führung, musste aber nur 10 Minuten später durch ein unglückliches Eigentor allzu schnell den Ausgleich hinnehmen. Während die Homberger noch dabei waren, dieses Geschenk zu feiern, hatte es erneut in ihrem Gehäuse eingeschlagen. Torschütze zur erneuten Schlebuscher Führung in der gleichen Minute war Herbert Bönnen, der nach der Saison zum 1. FC Köln wechselte. Nur 2 Minuten später kamen die Gäste per Foulelfmeter zum erneuten Ausgleich, und als dann Amateur Nationalspieler Jansen die Homberger in Führung gebracht hatte, verfinsterten sich die Mienen bei den Schwarz-Gelben.

Zum Glück schaffte Bernd Gerstner in der 57. Minute mit einem vehementen Schuss den Ausgleich. Mit Glück retteten die Gäste das Ergebnis in die Kabine. Interims-Trainer Conen stellte nachher fest: „Enttäuscht hat mich nur das Ergebnis, aber nicht die Leistung unserer Mannschaft. Sie hat erstklassig gespielt und dem Gegner das Gesetz des Handelns vorgeschrieben. Zwei der Homberger Tore fielen so unglücklich für unsere Mannschaft, dass sie keinen Vorwurf verdient. Sehr zufrieden konnte ich mit der Stürmerleistung sein. Halb so viel Schussglück, wie auf der Gegenseite, und das Ergebnis wäre klar für uns ausgefallen“. Nachdem man den anderen Rundengegner bei dessen 0:1 Niederlage in Homberg beobachtet hatte, fuhren die Schwarz-Gelben recht optimistisch zum alles entscheidenden Spiel nach Gelsenkirchen.

Nachdem man zur Halbzeit nur 0:1 zurücklag, sorgten jedoch drei Eintracht-Tore innerhalb von acht Minuten (zwischen der 55. und 63. Minute) für die Entscheidung. Letztlich brachen dann alle Dämme, so dass die Westfalen in der Schlussphase relativ locker noch weitere vier Treffer erzielten – Endstand 0:8 (der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der Homberger SV Westdeutscher Amateur-Meister wurde).

Wenn Erfolge zu verzeichnen sind, werden natürlich andere Vereine besonders auf die Spieler aufmerksam, die einen großen Anteil an der sportlichen Hoch-Zeit dieses Vereins haben. So auch beim SVS, den mit Herbert Bönnen und Bernd Gerstner (zu Preußen Münster) seine überragenden Spieler verließen. Neben Hans Bönnen, der auch in der belgischen und später in der holländischen Profiliga anheuerte, wechselten später auch die Schlebuscher Talente Peter Weber, Helmut Weber und Günther Müller in die großen Stadien der Profivereine. Parallel dazu wechselten drei Bayer 04–Spieler zum „Bühl“, die Unruhe in die Stammelf brachten.

Durch Abgänge und interne Zwistigkeiten geschwächt, war folgerichtig kaum damit zu rechnen, dass der SV Schlebusch seinen Meister-Erfolg in der kommenden Saison wiederholen konnte. So sollte es denn auch kommen, aber dennoch konnten die Plätze 3 und 4 in den kommenden zwei Spielzeiten als Erfolg bezeichnet werden. Doch allmählich zeigte die Formkurve nach unten. Nach Platzierungen im (unteren) Mittelfeld in den Folgejahren führte eine verkorkste Saison 1971, auch herbeigeführt durch personelle altersbedingte Umstrukturierungen im Team, zum Abstieg in die Landesliga.

Die Vereinsspitze versuchte natürlich, schnellstmöglich den „Betriebsunfall“ Abstieg vergessen zu machen und umgehend in die Verbandsliga zurückzukehren. Neben „Trainerfuchs“ Willi Hölzgen wurden eine Reihe hochkarätiger Spieler verpflichtet (mit Horst Müller, Klaus Hansen und dem späteren Schlebuscher Erfolgstrainer Hans-Gerd Konkel wechselten allein drei Spieler vom Nachbarn Union Solingen in den „Bühl“), die den Erfolg zurückbringen sollten.

Doch weder in der neuen noch in den weiteren Spielzeiten gelang es dem erfolgsverwöhnten Hölzgen, aus dem Konglomerat überdurchschnittlicher Einzelspieler eine erfolgreiche und homogene Truppe zu formen. Überhaupt war das „Personalspiel“ von großer Hektik geprägt, denn es verging kein Jahr, in dem nicht stets Kicker zum „Bühl“ kamen oder ihn just verließen. Kontinuität sieht anders aus. Keine Mannschaft erhielt de facto ausreichend Zeit, zu einer wirklichen Klasse zu reifen, und somit war es auch kein Wunder, dass der Erfolg ausblieb, ja sogar der Klassenerhalt bereits als positives Ergebnis gewertet wurde.

Es war der ausgezeichneten Jugendarbeit im Verein zu verdanken, dass der nächste Abstieg hinausgezögert werden konnte. Aus dem anscheinend unerschöpflichen Pool an Schlebuscher Jugend-Talenten (u.a. Saal, Esser, Wawrzyniak, Babioch, Müller und Schröter) konnte sich die 1. Mannschaft noch häufig bedienen und das Schlimmste verhindern. Doch am Ende der Saison 1975/76 war auch diese Quelle versiegt – Abstieg in die Bezirksliga! Und beinahe wäre sogar der „Durchmarsch nach unten“ mit einem weiteren Abstieg in die Kreisliga erfolgt, doch konnte dieses Desaster noch gerade eben abgewendet werden.

Es war eine glückliche Fügung, als sich das SVS-Präsidium um Präsident Otto Marx, Geschäftsführer Friedel Einsle und auch den Vorstandskollegen Heinz Forst und Giuseppe Minini entschied, das Training der sportlich angezählten Bezirksliga-Mannschaft dem erfolgshungrigen Jung-Coach Hans-Gerd Konkel zu übertragen. Unter Konkel blühte die 1. Mannschaft endlich wieder auf – und schon am Ende der darauffolgenden Saison 77/78 konnte das Comeback in der Landesliga am „Bühl“ bejubelt werden. Spielertrainer Konkel gelang es, eine Truppe mit kaum zu überbietender Siegermentalität zu formen, die die Konkurrenz in der Bezirksliga geradezu aufmischte und als souveräner ungeschlagener Meister (die Serie der Erfolgsspiele ohne Niederlage hielt insgesamt über mehr als 16 Monate!) mit dem Rekordabstand von 16 Punkten vor dem Tabellenzweiten den Aufstieg perfekt machte. Neben Top-Torjäger Gerd Scheffels, der es auf 53 (!) Treffer brachte (inkl. Pokal- und Freundschaftsspiele), bedeutete auch Peter Weber, der –inzwischen längst im Altherren-Alter– seiner an Höhepunkten reichen Karriere vierzehn Jahre nach dem Gewinn der Mittelrhein-Meisterschaft somit noch ein weiteres Erfolgskapitel hinzufügen konnte, eine besondere Stütze im Aufstiegsteam. Mit einer Festveranstaltung im Wuppermannpark wurde der Aufstieg selbstverständlich gebührend gefeiert.

Gleich in der 1. Saison in der „neuen alten Heimat“ Landesliga setzten die Schwarz-Gelben ein sportliches Ausrufezeichen, da sie als Aufsteiger einen hervorragenden 4. Platz erreichten. Auch die weiteren vier Spielzeiten unter Trainer Konkel können zweifellos als erfolgreiche Jahre bezeichnet werden, da seine Mannschaft stets einen Platz im (vorderen) Mittelfeld der Tabelle belegte.

Alle Jahre waren jedoch auch von einer enormen Spielerfluktuation geprägt, die hauptsächlich spärlicher fließenden Finanzzuwendungen und demzufolge einer zwangsläufigen kalkulatorischen Reduktion des jeweiligen Etats geschuldet war. Während einerseits regelmäßig talentierte Nachwuchskräfte (häufig aus dem eigenen „Talentschuppen“) zum Einsatz kamen und auch häufig für positive Schlagzeilen sorgten (die Namen Jörg Sondermann und Muzaffer Uenver seien hier erwähnt), blieb andererseits durch den Weggang zahlreicher Stammspieler auch ein sportlicher Aderlass zu registrieren. Gleichwohl bewies Konkel hierbei ein kaum zu überbietendem Geschick, trotz dieser personellen Rückschläge fortwährend eine kampfstarke Truppe aufs Feld zu schicken und aus Talenten hervorragende Spieler zu formen. Herausragendes Beispiel für Konkels Fertigkeit war die Karriere von Dirk Hielscher, der 1981 aus der A-Jugend von Bayer 04 kam, in Schlebusch zum gefährlichen Landesligastürmer wurde und sich nach seiner Rückkehr ins Haberland-Stadion über die 2. Bayer-Mannschaft in die Bundesliga-Elf spielte. Nicht zuletzt deshalb sprachen Vereins Insider über „Hannes“, wie Konkel von seinen Freunden gerufen wird, vom wohl besten Trainer in der neueren Vereinsgeschichte des SV Schlebusch.

Konkels Nachfolger wurde Günther Müller, der jedoch das Pech hatte, dass ausgerechnet in seinem Trainer-Debütjahr der fortschreitende Verlust an sportlicher Qualität seinen Zenit erreicht hatte. Somit wurde das Ziel „Klassenerhalt“, wenn auch nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses, verfehlt, und der SVS war wieder Bezirksligist.

Das Jahr 1984 war neben dem Abstieg zudem geprägt durch einen Wechsel auf dem Amt des Präsidenten, wo der bisherige „Vize“ Johannes Singer als erst 4. SVS-Präsident im 51. Jahr des Vereinsbestehens auf Otto Marx folgte, der zehn Jahre lang das Amt an der Vereinsspitze innehatte. Zum anderen galt es Abschied zu nehmen von „Urgestein“ Willi Emgenbroich, der sich über 6o Jahre rastlos im Einsatz für „seinen“ SV Schlebusch engagierte – 26 Jahre als Geschäftsführer und stets aktiv im Vorstand. Emgenbroich starb im Alter von 75 Jahren.

Sportlich hieß das erklärte Ziel für die Saison 1984/85 natürlich „Wiederaufstieg“, doch daraus wurde leider nichts. Der SVS hielt sich zwar über die gesamte Saison in der Spitzengruppe, erreichte zum Saisonabschluss aber „nur“ den dritten Tabellenplatz. Mit viel Enthusiasmus gingen in den nächsten Jahren Vorstand, Trainer und Spieler an das Vorhaben heran, den SV Schlebusch wieder ins Rampenlicht des Amateurfußballs zurückzuführen.

Zunächst unter der Trainingsleitung von Friedhelm Renno (Ex-Bayer 04-Torwart), danach gecoacht von Hubert Schloeßer, Willi Schneider und Manfred Vetter, doch mehr als vordere Spitzenplätze sprangen bedauerlicherweise nicht heraus. Besonders ärgerlich war hierbei der Ausgang der Saison 89/90, als die Schwarz-Gelben nur um zwei Punkte den Aufstieg verfehlten.

Ein besonderes Ereignis in der Vereinshistorie bedeutete in dieser Zeit der Abschied von der „wahren SVS-Seele“ Karl-Dieter Saal, der mit seinen 17 Jahren im Trikot der 1. Mannschaft in Sachen Vereinstreue bis heute einen Rekord für die Ewigkeit aufgestellt hat und daher auch völlig zurecht als bislang einziger Schlebuscher Spieler für seine herausragende Fußballerkarriere mit einem Abschiedsspiel auf dem „Bühl“ geehrt wurde.

Infolge des Verlusts einiger wertvoller Spieler (u.a. Torjäger Weistroffer) konnte das Niveau der vergangenen Jahre nicht gehalten werden. So fand sich der SV Schlebusch zur Saison 90/91 urplötzlich im Abstiegskampf der Bezirksliga wieder (13. Platz). Vetter trat sein Traineramt an Peter Schaubode ab, der zunächst noch einen Mittelfeldplatz verbuchen konnte, bevor dann in der Saison 1992/93 das nicht für möglich Gehaltene eintraf: Der SV Schlebusch stieg in die Kreisliga A ab! Und auch wenn das spielerische Niveau der Mannschaft nicht mehr dem früheren Wert entsprach, hatte der Abstieg doch einen sehr faden Beigeschmack. Grund: Abstiegskonkurrent Nippes 12 hatte sich erst am letzten Spieltag durch ein 7:0 gegen SSV Bergneustadt bei gleichem Punktestand den entscheidenden Vorsprung im Torverhältnis (-8 gegenüber -12) erspielt, obwohl sie zuvor in 29 Saisonspielen doch nur 34 Tore erzielt hatten…

Der SV Schlebusch war an seinem bisherigen Tiefpunkt angelangt – Kreisliga! Und selbst hier sollte im ersten Jahr nicht mehr als ein überaus bescheidener 7. Tabellenplatz herausspringen. So konnte es nicht weitergehen! Also setzte sich der neuformierte Vorstand um Karl Krämer, Hans Günther, Friedel Einsle und Gerd Scheffels zusammen und überlegte, was zu machen wäre. Zunächst einmal musste ein neuer Trainer zur Saison 1994/95 her, den man bald in Dirk Dreher, einem jungen hungrigen Coach, gefunden hatte. Ihm folgten neun Spieler. Gemeinsam mit dem bisherigen Kader mischte man dann das Feld gehörig auf und errang zur großen Freude des in den Vorjahren übermäßig gefrusteten Anhangs Meisterschaft und Aufstieg, die sich insbesondere über viele Tore von Goalgetter Sascha Krzywanek, aber auch über Einsätze des früheren Nationalspielers Thomas Hörster in der Folgesaison (Auswärtsspiel in Dattenfeld) im schwarz-gelben Dress freuen konnten, der am „Bühl“ seine Karriere ausklingen ließ.

Doch mit dem Aufstieg in die Bezirksliga war der Hunger von Trainer Dreher und seinem Team noch lange nicht gestillt – sie wollten mehr! Schon in den ersten beiden Jahren zeigte sich mit einem guten 7. Platz sowie einem ausgezeichneten 3. Platz, wozu die SVS-Truppe fußballerisch imstande ist. Und dann war es soweit: Nach 14 Jahren kehrte der SV Schlebusch am Ende der Saison 1997/98 endlich zurück in die Landesliga! Mit dem 2. Aufstieg binnen vier Jahren hatte Trainer Dreher ein kleines Wunder vollbracht und sich selbst einen Namen gemacht.

Was Aufsteiger recht häufig auszeichnet, ist bekanntlich ihre sportliche Unbekümmertheit und Respektlosigkeit gegenüber vermeintlich übermächtigen und alteingesessenen Vereinen in der höheren Liga. So war es auch bei den Schwarz-Gelben im Spieljahr 98/99. Mit ungeheurem Selbstvertrauen und konzentriert auf die eigenen Stärken (lediglich Eigengewächse ergänzten den Aufstiegskader) traten sie der Landesliga-Konkurrenz entgegen. Trotz eines misslungenen Starts mit zwei hohen Auswärtsschlappen (0:7 bei Eintracht Köln und 0:5 beim SC West) demonstrierte die Dreher-Truppe schon bald ihre Landesliga-Tauglichkeit, die sich u.a. in unerwarteten Siege gegen favorisierte Teams oder einem 6:0-Sieg in Weilerswist belegen ließ. Ein für einen Aufsteiger respektabler 9. Platz stand am Saisonende zu Buche.

War man in der Premierensaison noch mit einem Mittelfeldplatz zufrieden, sollte es in der darauffolgenden Saison aber schon etwas mehr sein, und so wurde von Vereinsseite offiziell der 6. Platz als Ziel ausgegeben. Dieser wurde nach einer sportlichen Berg- und Talfahrt allerdings knapp verfehlt (Platz 8). Auch in der „Jahrhundertwende-Saison“ wechselten sich fußballerische Leckerbissen zu häufig mit dargebotener Hausmannskost im „Bühl“ ab, so dass der 10. Platz weder Fisch noch Fleisch bedeutete. Es ist müßig, darüber zu sinnieren, ob mit weniger Verletzungspech oder einem geringeren personellen Umbruch vor der Saison mehr drin gewesen wäre.

Wechsel auf der Kommandobrücke zu Beginn der Saison 2001/02: Dirk Dreher, der „Vater des Aufschwungs“ (so der Tenor der lokalen Sportpresse), wurde Co-Trainer der 2. Mannschaft von Bayer Leverkusen und übergab die Verantwortung an seinen Bruder Axel. Dieser hatte sogleich die undankbare Aufgabe, gestandene Amateurligafußballer nahezu ausschließlich durch Nachwuchstalente ersetzen zu müssen. Unter diesen Voraussetzungen konnte das Saisonziel naturgemäß nur „Klassenerhalt“ lauten, der trotz aller Widrigkeiten mit dem erneuten Erreichen des 10. Platzes nach dem 26. Spieltag gefeiert werden konnte.

Parallel zum Wechsel auf dem Trainerposten gab es auch Veränderungen an der Vereinsspitze zu vermelden. Joachim Hoepner folgte auf Karl Krämer als neuer Präsident; ihm zur Seite wurde der dreiköpfige Vorstand Hans Guenther, Jürgen Heinzel und Klaus Pessara gewählt. Neuer Geschäftsführer wurde Ercihan Kurt (Sohn des Jugendleiters Nuri Kurt), während Jörg Schuckart (in den 80ern Spieler der Landesliga-Elf) Werner Voß als Schriftführer ablöste. Angesichts immer knapper werdender Finanzen und kaum noch erwähnenswerter öffentlicher Zuschüsse konnte die Philosophie der neuen Verantwortungsträger in der Hoffnung auf eine rosige sportliche Zukunft nur heißen, verstärkt auf die Jugend zu setzen – ein Konzept, dass von Neu-Trainer Axel Dreher und seinem „Co“ Heinz Dominick (zwangsläufig) uneingeschränkt mitgetragen wurde. So ging man die neue Saison mit vielen jungen Kickern und wenigen Routiniers an, an deren Spitze Frank Sittig stand, der mit 339 Spielen (und diese nahezu über die komplette Spielzeit!) im Trikot der 1. SVS Mannschaft einen Rekord für die statistische Ewigkeit aufgestellt hat. Am Ende sollte es jedoch nicht reichen. Nicht zuletzt aufgrund schwerwiegender Verletzungen und (erneut) merkwürdiger Siege der Konkurrenten im Abstiegskampf am Saisonende konnte die Klasse nicht gehalten werden. Nach fünf Jahren hieß es Abschied nehmen von der Landesliga.

War man in der Premierensaison noch mit einem Mittelfeldplatz zufrieden, sollte es in der darauffolgenden Saison aber schon etwas mehr sein, und so wurde von Vereinsseite offiziell der 6. Platz als Ziel ausgegeben. Dieser wurde nach einer sportlichen Berg- und Talfahrt allerdings knapp verfehlt (Platz 8). Auch in der „Jahrhundertwende-Saison“ wechselten sich fußballerische Leckerbissen zu häufig mit dargebotener Hausmannskost im „Bühl“ ab, so dass der 10. Platz weder Fisch noch Fleisch bedeutete. Es ist müßig, darüber zu sinnieren, ob mit weniger Verletzungspech oder einem geringeren personellen Umbruch vor der Saison mehr drin gewesen wäre.

Da nach dem Abstieg in die Bezirksliga erst recht kein „finanzieller Blumentopf“ zu gewinnen war, konnte es für den SV Schlebusch weiterhin nur heißen, den eingeschlagenen Weg der Förderung eigener Talente beharrlich weiterzugehen. Obwohl sich die Vereinsverantwortlichen und alle Freunde und Mitglieder des Clubs, die im Abstiegsjahr zumindest das 80jährige Vereinsjubiläum und den 40. Geburtstag der „Alten Herren“ ausgiebig feiern konnten, insgeheim schon einen schnellen Wiederaufstieg gewünscht hatten, sollte diese Sehnsucht unerfüllt bleiben. So sprangen in den folgenden drei Jahren lediglich ein vierter und zweimal der 11. Platz heraus. Diese bescheidenen Ergebnisse konnten jedoch kaum Coach Dreher angelastet werden, der an der Seitenlinie mindestens genauso viel Einsatz wie zu seiner aktiven Zeit als Führungsspieler des SV Schlebusch (170 Spiele, 15 Tore) zeigte. Vielmehr offenbarten sich zu häufig Unzulänglichkeiten im Schlebuscher Mannschaftskader, der ein ums andere Mal insbesondere viel zu wenig ausgeprägte Siegermentalität und unbedingten Einsatzwillen erkennen ließ. So blieb Axel Dreher leider ein erfolgreicher Abschluss auf seiner ersten Station als Trainer im Seniorenfußballbereich versagt.

Nach dem Weggang Drehers (als Junioren-Trainer zu Bayer 04) nahm zu Beginn der Saison 2006/07 Thomas Rennette den Chefsessel im „Bühl“ mit dem Ziel ein, „in Schlebusch etwas aufzubauen“. Rennette erwies sich als kompetenter „Handwerker“, denn als die Saison abgepfiffen wurde, stand ein beachtlicher 3. Platz zu Buche, und hätte seine Mannschaft nicht insbesondere gegen vermeintlich „leichtere“ Gegner einige Punkte liegen lassen, wäre sogar der Aufstieg realisierbar gewesen. Demgegenüber setzten die Spieler die offensive Taktik ihres Trainers eindrucksvoll um und verbuchten 68 Treffer, wovon sich Falko Fritzinger in seiner ersten Saison im schwarz-gelben Trikot gleich einen Namen als Goalgetter machte.

Die darauffolgende Saison sollte überwiegend ein Spiegelbild der vorherigen Saison werden: Wieder stand am Ende der 3. Platz, wieder ließ man entscheidende Punkte gegen die Liga-Underdogs liegen, und wieder wäre mehr drin gewesen (auch die ständigen Verletzungen im Team taten ihr Übriges). Zuschauer und Fans konnten indes erneut durch erfrischenden Offensivfußball und diesmal sogar 85 Toren (darunter ein 10:1 gegen Gummersbach) begeistert werden. Auch in dieser Saison stach dabei ein Spieler dank seiner Treffsicherheit hervor – Eigengewächs David Daum, keineswegs gelernter Stürmer, netzte in seiner Premierensaison in der ersten Elf gleich 21mal ein.

Was lange währt, wird endlich gut – so auch beim SV Schlebusch, der in der Saison 2008/09 endlich den ersehnten Aufstieg zurück in die Landesliga schaffen sollte. Es war mehr als ein „normaler“ Aufstieg – es war eine fußballerische Machtdemonstration, wie sie die Bezirksliga schon länger nicht mehr erlebt hatte. Mit nahezu unverändertem Kader (lediglich Sascha Schultes, mit 265 Einsätzen bis heute Rang Drei in der Einsatzstatistik, schied als „Fußball-Pensionär“ aus) und ergänzt durch Ausnahmetalente wurden die Gegner förmlich an die Wand gespielt.

Nach weniger als der Hälfte der Saison war der Konkurrenz klar, dass für sie nur der ebenfalls aufstiegsberechtigte 2. Platz bliebe – der „Platz an der Sonne“ war schon längst für die wie in einer anderen Dimension kickenden Balltreter vom „Bühl“ reserviert! Bereits am 25. Spieltag (6:1 in Lindlar) stand die triumphale Rückkehr in die Landesliga fest; am Ende sollten es sensationelle 112:35 Tore sowie 78 Punkte sein (der Zweitplatzierte Berg. Gladbach 2 kam mit 16 Punkten Rückstand ins Ziel…)! Vereinskenner und Statistikfreunde hatten schon bald errechnet, dass hiermit sogar der Rekord der 1978er Aufstiegs-Mannschaft geknackt wurde, die „nur“ 76 Punkte erzielte (auf die Drei-Punkte-Regel umgerechnet). Kaum überraschend, dass Fritzinger und Daum, von Coach Rennette liebevoll als „Hilti“ und „Bohrhammer“ bezeichnet, wie in den vergangenen beiden Spielzeiten erneut die zwei „Scharfschützen vom Dienst“ waren und mit insgesamt 58 Treffern mehr als die Hälfte aller Tore erzielten.

Auch abseits des Platzes bewegte sich in der Aufstiegssaison einiges. Die Junioren des Vereins boten des Öfteren ihre Sangeskünste in Form eines Vereinsliedes beim Einlaufen der Mannschaften dar; die Zuschauer strömten ob der herausragenden Leistungen in Scharen zum „Bühl“ und selbst ein erster Schlebuscher Fanclub, die „Dhünnchaoten“, wurde gegründet. Letztere unterstützten mit einfallsreichen Liedern, Sprechchören und Transparenten die Elf nicht nur bei Heim-, sondern bei fast allen Auswärtsspielen stets stimmgewaltig. Und zum Saisonfinale wurden schließlich zwei Busse organisiert, um die Feiergemeinde des Neu-Landesligisten zum Auswärtsspiel nach Köln bei Rheingold Poll zu befördern.

Freud und Leid lagen in der Saison 2009/10 dicht beieinander, wobei die Freude eindeutig den Pokalerfolgen zuzuordnen war, während der Ligaalltag bisweilen Enttäuschung und Frust bereitete. Zwar gelangen dem SVS, u.a. gegen die späteren Aufsteiger Alfter und Hennef, unerwartete Punktgewinne, doch wurden gegen Mannschaften auf „sportlicher Augenhöhe“ reihenweise Punkte liegen gelassen. Letztlich gingen die „Bühl“-Kicker als 12. durchs Ziel – kein Ruhmesblatt, aber für einen Aufsteiger durchaus zufriedenstellend.

Für Aufsehen sorgte das Rennette-Team allerdings im Pokal. Nachdem im Kölner Kreispokal zunächst Siege gegen Wahn-Grengel, Buchheim und auch gegen Nachbar Bergfried Leverkusen gelangen, wartete mit Mittelrheinligist SCB Viktoria Köln der scheinbar übermächtigste Gegner. Doch auch die klassenhöheren Kölner waren nicht in der Lage, die Schwarz-Gelben aufzuhalten und wurden mit einer 1:3-Niederlage auf den 12 km langen Heimweg geschickt. Da der FV Köln zur damaligen Zeit aus unerfindlichen Gründen keinen Kreispokalsieger ausspielen ließ, genügte somit ein Sieg im Halbfinale gegen Fatih Spor zum Einzug in den Pokal-Wettbewerb auf Mittelrheinebene („FVM-Pokal“). Problemlos wurde auch diese Aufgabe gelöst (6:2), und gespannt wartete man am „Bühl“ auf die Auslosung. Hier wurde dem SVS mit dem Regionalligisten Bonner SC der hochklassigste Gegner aus dem Lostopf zugelost.

Mit Spannung und großer Vorfreude warteten die fußballverrückten Schlebuscher auf diesen „sportlichen Leckerbissen“, denn es waren inzwischen leider ja schon mehrere Jahrzehnte ins Land gezogen, als noch große Vereine in bedeutenden Wettbewerben oder zu Meisterschaftsspielen im „Bühl“ vorbeischauten.

Und was nur die Wenigsten für möglich hielten, wurde wahr: Der SV Schlebusch schaffte die Pokalsensation und warf die drei Klassen (!) höher spielenden Bonner dank eines Treffers von Daniel Kawohl in der 99. Minute mit 1:0 n.V. aus dem Pokal! Ausgelassene Freude und Partystimmung folgte dem Abpfiff – der SVS hatte es mal wieder einem haushohen Favoriten gezeigt! Trotz dieser Pokalschmach zeigte sich der BSC als fairer Verlierer, da Trainer Wolfgang Jerat von einem verdienten Schlebuscher Sieg sprach, gleichzeitig aber bedauerte, trotz eigener drückender Überlegenheit in 130 Spielminuten (inkl. Nachspielzeit) keinen Treffer gegen einen starken Landesligisten geschafft zu haben.

Als Gegner in der nächsten Pokalrunde wurde dem SVS Liganachbar VfL Alfter zugelost, wo man sich trotz einer zwischenzeitlichen 2:1-Führung leider noch 2:3 n.V. geschlagen geben musste, auch aufgrund eines verschossenen Elfers von David Daum in der 100. Minute. Ein ärgerliches und auch unnötiges Ausscheiden. Trauriger Höhepunkt dieses negativ verlaufenen Tages waren darüber hinaus die körperlichen Übergriffe einiger Anhänger des VfL Alfter auf Mitglieder des Fanclubs „Dhünnchaoten“, die auf dem Weg zum Bahnhof grundlos attackiert und zum Teil böse zugerichtet wurden. Ein bewusstlos geschlagener Fan soll, bereits am Boden liegend, von Übeltätern sogar noch so heftig getreten worden sein, dass er ins Krankenhaus Siegburg eingeliefert werden musste. Eine armselige und Verurteilens würdige Aktion der Fans aus dem Vorgebirge!

Die 2. Saison im SVS-„Wohnzimmer“ Landesliga stand ganz im Zeichen einer sportlichen Konsolidierung, die mit einem hervorragenden 4. Platz in der Abschlusstabelle auch erreicht wurde. Und wäre der Kader nicht von einer ungeheuren Verletzungsmisere zu Beginn der Rückrunde heimgesucht worden (insbesondere der Ausfall von Topstürmer David Daum wog schwer), wäre mit Sicherheit sogar noch mehr drin gewesen. So aber war die Endplatzierung des „letzten Restes“ die eigentliche Sensation der Saison, die jedoch auch in der ausgezeichneten Umsetzung des Trainerkonzepts sowie in der individuellen fußballerischen Weiterentwicklung vieler Spieler ihre Ursprünge hatte.

Zu einem eindrucksvollen Nachweis neu erstandener Stärke des Schlebuscher Fußballs geriet die Hinrunde der Saison 11/12, die als Herbstmeister abgeschlossen wurde. Ein Hauch von Oberliga wehte über den Sportplatz „Im Bühl“. Doch der Wind drehte sich. Zunächst wechselten die Spieler Chrisovalantis „Vali“ Tsaprantzis, für viele aufgrund seiner immensen Laufstärke und Torgefährlichkeit einer der wichtigsten Eckpfeiler im Schlebuscher Mannschaftsgefüge, und Ilyas Katar völlig unerwartet zum drei Klasse tiefer spielenden FC Rheindorf (aus sportlichen Gründen kaum, finanziell schon eher nachvollziehbar…). Als das Team auch noch durch Sperren, Verletzungen und beruflich verhinderten Spielern arg dezimiert wurde, war der Oberliga-Traum leider bald dahin. Nur 14 Punkte in der Rückrunde sorgten am Saisonende für einen nur bedingt zufriedenstellenden 5. Platz, obwohl dem gesamten Team und auch Trainer Rennette mit Co-Trainer Stefan Müller dennoch für ihre Leistung Respekt gebührt.

Das Jahr 2013 steht im Zeichen der Jubiläums-Feierlichkeiten zum 90. Jahr des Bestehens des SV Schlebusch. Wirft der Betrachter einen Blick auf die „Ewige Statistik“ und somit auf die Ligen Zugehörigkeit der 1. Mannschaft der Schwarz-Gelben, wird ihm auffallen, dass der SVS vorwiegend in einer Liga „zu Hause“ war – der Landesliga. Und in dieser Liga – mal von sportlich höherer Bedeutung (z.B. Anfang der 70er, als die Landesliga noch die vierthöchste Liga in Deutschland darstellte), mal von sportlich tieferer Bedeutung – fühlt sich der SV Schlebusch auch in seinem Jubiläumsjahr weiterhin „sauwohl“. Kurz vor Ende der Saison 2012/13 (die beim Verfassen dieser Zeilen noch nicht beendet war) deutet sich ein ordentlicher Mittelfeldplatz als Saisonresultat an, den die Mannen um Trainer Thomas Rennette und seinem kongenialen Co-Trainer Stefan Müller voraussichtlich erreichen werden. Besonders erwähnt sei der sensationelle 9:0-Sieg beim Lokalrivalen Bergfried Leverkusen.

In der neuen Saison, die im August des Jubiläumsjahres starten wird, wird es dann einen Wechsel auf dem Trainerposten geben, wenn Müller das Amt des „fußballmüden“ Rennette übernehmen wird. Bereits heute wüschen wir ihm hierfür gutes Gelingen – und Dankeschön an Thomas Rennette für die großartige gemeinsame Zeit!

Es ist dem Verein, seinem Vorstand, allen Mitgliedern, Förderern, Freunden, Anhängern sowie den unzähligen ehrenamtlichen Mitarbeitern zu wünschen, auch in der 10. Dekade seines Bestehens viele sportliche Erfolge zu feiern, mögliche Misserfolge gemeinsam zu meistern und dabei stets ein Verein aus und für Schlebusch zu sein.